Cover symposium 2018

 

RE.F.U.G.I.U.S. 2018


 

Tagung


"Und was hat das mit mir zu tun?" - Auf der Suche nach der eigenen Familiengeschichte

Samstag, 24. März 2018; 13:00 - 18:00 Uhr
Rathaussaal Oberwart; Hauptplatz 9, 7400 Oberwart

"Es kommt alles wieder, was nicht zu Ende gelitten und gelöst ist."
Hermann Hesse

Und was hat das mit mir zu tun? Die Suche nach der eigenen Familiengeschichte von Sacha Batthyany war Auslöser für RE.F.U.G.I.U.S, sich diesem Thema bei der Tagung 2018 zu stellen. Für viele Nachfahren von NS-Tätern ist die familiäre Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus eine Last. Sie wissen, dass sie für die Verbrechen ihrer Vorfahren keine Schuld tragen. Aber die psychischen, moralischen und sozialen Folgen ihres Ver- und Beschweigens beschädigen noch die folgenden Generationen. Sie reichen in die Gegenwart hinein und wirken weiter.

Die von Margarete und Alexander Mitscherlich 1967 beschriebene "Unfähigkeit zu trauern" der Kriegsgeneration und der Kriegskinder hat sich in den -enkeln fortgepflanzt: als Unfähigkeit, sich und anderen zu vertrauen. Sie leben im ständigen Zweifel. Die Älteren haben den Jüngeren nicht ihre Traumata vererbt, sondern deren Folgen. Rätselhafte Ängste, ein nicht zu erklärender Druck und eine seltsame Trauer: Auch Jahrzehnte nach dem Kriegsende wirken die Folgen bei vielen Enkeln der Kriegsgeneration nach.
Die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema ist. Die unbewusste Weitergabe unverarbeiteter Konflikte kann zu rechtsextremen Orientierungen und Identifikationen beitragen. Nach neuesten Forschungen sind NS-Gefühlserbschaften in der Enkelgeneration Andockstelle für paranoide Ideologien, die in rechtsextremen Gruppen vermittelt werden. Das intergenerationelle Verhältnis von aktuellem Rechtsextremismus und Nationalsozialismus kann ein Erklärungsfaktor für die Entwicklung nationalistischer und antisemitischer Handlungsmuster sein.

Die Aufarbeitung der eigenen Kriegsgeschichte ist nur in wenigen Familien wirklich angegangen worden, vielmehr wurde ein dichter Schleier des Vergessens über die eigene Geschichte geworfen. Was auch die Nachkriegsgeneration an guter Aufklärungs- und Vorarbeit geleistet haben mag, es war nicht genug.
Es ist die dringende Aufgabe der nächsten Generation, Fragen zu stellen und nicht nachzugeben, auch wenn es schmerzhafte Prozesse sind.

Rosa Brodinger (Tochter eines SS-Mannes und Aufsehers im KZ Mauthausen)
im Gespräch mit Walter Reiss
"Auf den Spuren des Vaters/Großvaters: Ein geliebter Mensch wurde uns fremd"

Sacha Batthyany (Autor und Journalist / Zürich)
"Das unsichtbare Band - meine Reise in die Vergangenheit meiner Familie"

Uwe von Seltmann (Autor, Journalist, Filmemacher / Krakau)
"Es kommt alles wieder …"
Dr. Markus Brunner (Sozialpsychologe und Soziologe/ Sigmund Freud Privat Uni. Wien)
"Gefühlserbschaften des Nationalsozialismus"

 

 

Filmpremiere


Das Testament
Samstag, 24. März 2018; 20:30 Uhr
Dieselkino Oberwart; Europastraße 3, 7400 Oberwart

Das Testament

Israel/ Österreich 2017, 95 Min
Regie: Amichai Greenberg
Hebräisch, Englisch mit deutschen Untertitel

Yoel, 45, orthodoxer Jude, minuziöser Historiker und Leiter einer Aufklärungskommission zu einem bislang vertuschten Massaker Ende des 2. Weltkrieges in Österreich, entdeckt, dass seine Mutter unter einer falschen Identität lebt und keine Jüdin ist. Die Geschichte eines Geheimnisses rund um einen Mann, der gewillt ist alles zu riskieren, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Eintritt: € 7,50
Kartenreservierungen: +43/3352/31060

 

 

Gedenkfeier für alle Opfer des Südostwallbaus

Sonntag, 25. März 2018; 13:30 Uhr
Mahnmal Kreuzstadl Rechnitz

Mit
Paul Gulda (RE.F.U.G.I.U.S.)
András Heisler (Präsident MAZSIHISZ)

Oberrabbiner Arie Folger, IKG Wien
Oberkantor Shmuel Barzilai, IKG Wien

Pfarrer P. Raphael Leitner, Rechnitz
Pfarrer Carsten Marx, Rechnitz/Großpetersdorf

Besuchen Sie auch den
Erinnerungsweg - "Jüdisches Leben in Rechnitz"
www.gedenkweg.at

 

 


Information und Anmeldung zur Tagung:

Mag.a Eva Schwarzmayer
Mobil.: 0664/9194904
Dr.in Christine Teuschler
Tel. +43/2682/61363-15
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Veranstalter:

RE.F.U.G.I.U.S. - Rechnitzer Flüchtlingsund
Gedenkinitiative
A-7400 Oberwart, Raingasse 9b
Tel. +43/3352/33940
Fax. +43/3352/34685
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.refugius.at, www.kreuzstadl.net

Mitgliedsbeitrag RE.F.U.G.I.U.S. € 20,--
Bank Austria Oberwart
BIC: BKAUATWW
IBAN: AT74 1100 0018 5397 9100

Mit Ihrer Spende leisten Sie einen Beitrag
zum Erhalt und Betrieb der
GEDENKSTÄTTE KREUZSTADL.

In Kooperation mit:
K.B.K. - Kultur.Bildung.Kunst
Burgenländische Volkshochschulen
Bundesverband Israelitischer Kultusgemeinden

Gefördert von:
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
Land Burgenland

Unterstützt von:
Stadtgemeinde Oberwart
Gemeinde Rechnitz
Mauthausen Komitee Österreich