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Samstag, 20. März 2004

was gestern sein wird.
Wege zum Erinnern

Tagung

13.00 – 18.00 Uhr
Rathaussaal,
Hauptplatz 9, Oberwart

"Es geht allemal bloß um die Gegenwart. Was erörtert, aufgedeckt und verhandelt wird, bestimmen allein die aktuellen Machtverhältnisse, nie die früheren."
(Doron Rabinovici)

Die Idee und der Gedanke eines gemeinsamen Europa hatte schon vor dem 20. Jahrhundert eine lange Geschichte. Während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges erhielt das Projekt Europa in den Widerstandsbewegungen verschiedener Länder neue Konturen. Getragen vom Impuls des "Nie wieder!" kam es nach Kriegsende zum Aufbruch in die Europäische Gemeinschaft. Doch dieses Europa wurde im Kontext des Kalten Krieges aufgebaut. Erst mit dem Fall des Eisernen Vorhanges und der Berliner Mauer erhielt der Integrationsprozess eine neue Dimension, in der auch der Gedanke eines friedlich vereinten Europa seinen zentralen Platz zu bekommen scheint.
Aber welche Kraft hat das "Niemals wieder!" von damals für das Heute, kurz vor der Aufnahme der osteuropäischen Staaten in die Europäische Gemeinschaft?
Haben der Holocaust und die Erfahrungen der Jahre des Nationalsozialismus noch jene Wirkungen auf die "alten" und "neuen" europäischen Gesellschaften wie kurz nach Kriegsende? Wird man von einem gesamteuropäischen Gedächtnisraum sprechen können, von einer europäischen Wertegemeinschaft, die sich der nationalsozialistischen Opfer annimmt, aber sich auch mit den gegenwärtigen Erscheinungen des (neuen) Antisemitismus bis hin zum Wiederaufleben von Feindbildern und kollektiven Stereotypisierungen auseinandersetzt?
Inwieweit sind die einzelnen Gesellschaften in diesem erweiterten Europa, aber auch der/die Einzelne als Teil dieser Gesellschaften, bereit, sich diesen Fragen zu stellen? Wer trägt die Verantwortung für das Erinnern und Gedenken?
Bei dieser Tagung soll Vorträgen und Gesprächen über den Umgang mit der NS-Vergangenheit sowie der österreichischen und ungarischen Erinnerungskultur und Gedächtnispolitik Raum gegeben werden. Die kritische Auseinandersetzung mit Erinnern und Gedenken am Beispiel Österreich und Ungarn soll stattfinden, ein Blick über nationale Erinnerungsdiskurse hinaus auf transnationales Gedenken gewährt werden.

Karl Stuhlpfarrer
Institut für Geschichte/ Abt. für Zeitgeschichte, Universität Klagenfurt

Szabolcs Szita
Holocaust Dokumentationszentrum, Budapest

Heidemarie Uhl
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien

Moderation: Walter Reiss


Gedenken

Sonntag, 21. März 2004
14.00 Uhr

Gedenkfeier
für alle Opfer des Südostwallbaus

Kreuzstadl Rechnitz

mit Paul Gulda (RE.F.U.G.I.U.S.)
Superintendent Mag. Manfred Koch
Pfarrer Mag. Martin Korpitsch
Oberkantor Shmuel Barzilai
Chor des Zweisprachigen Gymnasiums Oberwart

Hauptredner: Marko Feingold (IKG Salzburg)

16:00 Uhr Vortrag
Gasthof Cserer, Rechnitz
Vilmos Vaszonyi (Kunsthistoriker/ Paris): Der westpannonische Kulturraum - Jüdische Beiträge zur lokalen Kultur: Vom Dichter Franz (Ferenc) Faludi bis zum Nobelpreisträger für Medizin Robert Barany


Konzert

Freitag, 26. März 2004, 19:30 Uhr

Rathaussaal
Hauptplatz 9, Oberwart

Paul Gulda und Impression 3

Benefizkonzert zur Unterstützung von Flüchtlingsarbeit im Burgenland in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Oberwart mit Unterstützung der Stadtgemeinde Oberwart

Paul Gulda (Klavier)
Anna Kandinskaja (Violine)
Milan Radic (Viola)
Hagen Wappler (Violoncello)

Programm:
Carl Goldmark: Romanze op. 51 für Violine und Klavier
Carl Goldmark: Ballade für Violine und Klavier
Gideon Klein: Streichtrio
Robert Schumann: Klavierquartett op. 47
Eintritt: Freie Spende

Die Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative (RE.F.U.G.I.U.S) gegründet auf Anregung und unter wesentlicher Beteiligung des Pianisten Paul Gulda, stellt sich zur Aufgabe, den Kreuzstadl in Rechnitz, in dessen Nähe am 24. März 1945 etwa 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet und verscharrt wurden, als Gedenkort für alle Opfer beim Südostwallbau zu erhalten und die Bedeutung des Erinnerns an die Vergangenheit für die Gegenwart bewusst zu machen. Das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Holocaust soll dazu bewegen, auf das Leiden und die Verfolgung von Menschen in unserer Zeit zu reagieren.
Gemeinsam mit der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Oberwart und Superintendent Mag. Manfred Koch veranstaltet RE.F.U.G.I.U.S. dieses Benefizkonzert. Unterstützt wird diese Veranstaltung von der Stadtgemeinde Oberwart.
Mit Ihrer Spende helfen Sie Flüchtlingen, die von der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Oberwart betreut und unterstützt werden.