Die Suche nach den Opfern des Kreuzstadlmassakers vom März 1945
Mag. Nikolaus Franz

Sa. 19. März 2022, 18:30 Uhr
Gemeindeamt Rechnitz,
Hauptplatz 10, 7471 Rechnitz

Im Auftrag des Bundesdenkmalamtes betrieb Mag. Nikolaus Franz mit seinem Team ab 2013 umfangreiche Recherchen zum Kreuzstadlmassaker in Rechnitz und leitete die Suchgrabungen der Jahre 2014, 2017, 2019, 2020 und 2021.
In diesem Vortrag wird er über geografische, geologische, historische und aktuelle Problemlagen bei der Suche nach den Gräbern berichten.

Gedenken für alle Opfer beim Südostwallbau
Gedenkreden, Musik und Kranzniederlegung

So. 27. März 2022, 14:00 Uhr
Kreuzstadl Rechnitz

 

(K)eine Geschichte des Misserfolgs. Die jahrzehntelange Suche nach einem Grab.
Fr. 25. März 2022, 14:00 Uhr
Rathaus Oberwart,
Hauptplatz 9, 7400 Oberwart

Im März 1945 wurden bis zu 200 ungarische, jüdische Zwangsarbeiter in der Nähe des Kreuzstadls in Rechnitz ermordet. Der Verein RE.F.U.G.I.U.S., vor 30 Jahren gegründet, erinnert mit jährlichen Gedenkfeiern beim Kreuzstadl an die Opfer.
Oberstes Ziel des Vereins ist es, den Ort, an dem die Toten verscharrt wurden, zu finden und den Toten eine würdige Grabstätte zu geben.
Bereits im April 1945 ordnete die sowjetische Kommandantur die Öffnung des Grabes an, beließ die Ermordeten jedoch an Ort und Stelle. 1969 suchte Horst Littmann vom Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge nach Kriegstoten in Rechnitz und Umgebung. Er erfuhr von den Massenmorden an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern und suchte daraufhin nach den Opfern.
1970 wurden 18 Leichen in der Nähe der Schlagbrücke am östlichen Ortsrand exhumiert, die lt. Prozessakten als "Zuschauflerkommando" des Massengrabes fungiert hatten. Sie wurden auf dem jüdischen Friedhof in Graz begraben. Die erste Suchgrabung direkt beim Kreuzstadl fand 1988 statt, der fast jährlich weitere erfolglose Versuche folgten. An der Suche beteiligten sich u.a. das Bundesministerium für Inneres, Institute der Universität Wien, wie das Institut für Ur- und Frühgeschichte, das Institut für Geografie, die Israelitische Kultusgemeinde, der Verein Shalom, das Bundesdenkmalamt u.v.a.
Was bewegt Institutionen, Vereine und Privatpersonen dazu, jahrzehntelang nach den Opfern eines Massakers zu suchen? Es sind religiöse Motive, das Bewusstsein historischer Verantwortung und Moral und die Verantwortung gegenüber den Familien und Nachkommen der Ermordeten.